Vor wenigen Tagen tauchten im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg und an der Ludwig-Maximilians-Universität München Mordaufrufe gegen Jüdinnen und Juden auf. Während diese sehr eindeutig und offen formuliert waren, war bereits im Sommersemester 2025 auf einer Herrentoilette der Universität zu Köln ein leicht codierter, aber dennoch sehr eindeutiger antisemitischer Mordaufruf zu lesen („Kill all Juice”).

Der Begriff „Juice“ („Saft“) wird aufgrund seiner phonetischen Ähnlichkeit in der Aussprache als Chiffre für „Jews” („Juden”) verwendet. In sozialen Netzwerken verwenden antisemitische Akteure häufig das „Saft”-Emoji, um die algorithmische Erkennung von Hassrede zu umgehen. Im vorliegenden Fall macht die Verwendung dieser Chiffre jedoch wenig Sinn, da ihr Zweck außerhalb von Social Media verfällt. Es handelt sich somit um ein Beispiel dafür, wie antisemitische Codes und Chiffren ein Eigenleben entwickeln und so ihren Weg vom Online-Bereich in die analoge Welt finden können.
In derselben Toilette waren zudem die Parolen „I <3 Hamas”, „I <3 PJ”, „I <3 PFLP”, „I <3 Hizbollah”, „I <3 Yemen” sowie „Zionism = Nazism” zu lesen. Ob die Schmierereien allesamt von derselben Person stammen, ist unklar.


Als Fachstelle gegen Antisemitismus im NS-Dokumentationszentrum Köln sowie Zentrale Beratungsstelle zu Antisemitismus an Hochschulen in NRW (ZeBA NRW) verurteilen wir derartige antisemitische Mordaufrufe, NS-Verharmlosungen sowie Terrorverherrlichung aufs Schärfste.
Wir bitten darum, antisemitische Vorfälle stets über www.report-antisemitism.de zu melden.