Antisemitismus tritt in unzähligen Ausdrucks- und Erscheinungsformen auf. Entsprechend schwierig kann es sein, einen antisemitischen Vorfall als solchen zu erkennen. Auf dieser Seite soll verdeutlicht werden, welche Vorfälle von der Meldestelle erfasst werden. Dabei handelt es sich lediglich um einige Beispiele besonders verbreiteter antisemitischer Übergriffe. Dennoch können sie als Orientierung bei der Frage dienen, ob es sich bei dem Erlebten um einen antisemitischen Vorfall im Verständnis unserer Meldestelle handelt oder nicht.

Ein antisemitischer Vorfall liegt zum Beispiel dann vor, wenn…

  • … eine Person diskriminiert, beleidigt, bedroht, bespuckt oder körperlich angegriffen wurde, weil sie als jüdisch erkannt bzw. wahrgenommen wurde.
  • … jüdische Institutionen, Synagogen, Denkmäler, Erinnerungszeichen usw. gezielt beschmiert oder beschädigt wurden.
  • … Jüdinnen und Juden bzw. das Judentum insgesamt als fremd oder nicht zugehörig zu einer definierten Gruppe beschrieben werden.
  • … allen Jüdinnen und Juden unterstellt wird, sie verfolgten ein gemeinsames Ziel.
  • … Jüdinnen und Juden eine überproportional große Macht in Politik, Wirtschaft oder den Medien zugeschrieben wird.
  • … Jüdinnen und Juden pauschal unterstellt wird, sie seien „in Wahrheit“ nur dem Staat Israel gegenüber loyal.
  • … die Shoah verharmlost oder relativiert wird, indem z.B. die Politik des Staates Israel mit der der Nationalsozialisten gleichgesetzt wird.

Die Beispiele machen deutlich, dass die Meldestelle nicht nur Straftaten – wie Körperverletzung, Beleidigung oder Sachbeschädigung – mit antisemitischem Hintergrund erfasst, sondern auch antisemitische Vorfälle unterhalb der Strafbarkeitsgrenze. Auch werden Vorfälle unabhängig davon erfasst, ob sie sich von Angesicht zu Angesicht, in sozialen Netzwerken, per E-Mail, telefonisch oder auf anderem Wege abgespielt haben.

Wie bereits erwähnt, stellen die hier genannten Punkte nur eine begrenzte Auswahl von Beispielen antisemitischer Erscheinungsformen dar. Sollten Sie unsicher sein, ob das von Ihnen erlebte Geschehnis unserem Verständnis nach einen antisemitischen Vorfall darstellt, zögern Sie nicht sich bei uns zu melden.

Sie haben Kenntnis von einem antisemitischen Vorfall in Köln? Melden Sie sich bei uns und tragen Sie so dazu bei, Antisemitismus in unserer Stadt entgegenzutreten.